Voll war es in der Stadthalle bei der Jahreshauptversammlung der Stadtfeuerwehr – allen neun Freiwilligen Feuerwehren der Stadtteile gemeinsam. Auf sein erstes Jahr als Stadtbrandinspektor (SBI) blickte dabei Stephan Heyl zurück. Besonderer Dank gelte seinem Stellvertreter Boris Orth für die gute, vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit und tatkräftige Unterstützung. „Gerade das erste Amtsjahr hatte es verwaltungs- und organisationsseitig in sich.“
Das Einsatzaufkommen 2025 sei im Vergleich zum ruhigeren Vorjahr mit insgesamt 197 Einsätzen wieder deutlich angestiegen. Die Statistik mit insgesamt 271 Einsätzen in 2025 gliederte sich dabei in 68 Brandeinsätze, 15 Brandsicherheitsdienste, 31 Fehlalarme, 148 Hilfeleistungseinsätze und neunmal Brandschutzerziehung, wie der SBI berichtete. „Das komplette Einsatzspektrum von Klein- bis Großbrand, von der Türöffnung über die technische Rettung nach Verkehrsunfällen, vollgelaufenen Kellern bis hin zu Gefahrguteinsätzen ist in den statistischen Daten erfasst. Auch zahlreiche Voraushelfer- und Drohneneinsätze wurden abgearbeitet.“ Regelmäßig sei man mit Alarmierungen durch Brandmeldeanlagen beschäftigt gewesen, wenn auch oft ohne ersichtlichen Grund. Erfasst wurden zudem Personenrettung mittels Drehleiter und zahlreiche dringende Türöffnungen für Rettungsdienst oder Polizei.
Besonders die Wehr Umstadt sei als überörtliche Einheit zu zahlreichen Einsätzen in nahezu alle Nachbarkommunen und darüber hinaus, bis in den Odenwaldkreis, alarmiert worden. Außerdem seien Brandsicherheitsdienste während des Winzerfestes sowie beim Sonnenwendfeuer in Heubach als auch Brandschutzerziehung in Kindergärten und Schulen mit nicht unerheblichem ehrenamtlichen Einsatzaufwand durchgeführt sowie die Institutionen in der Planung unterstützt worden. „Alle Einsätze des vergangenen Jahres wurden aufgrund der hohen Motivation sowie dem guten Ausbildungsstand professionell abgearbeitet“, dankte Stephan Heyl den Einsatzkräften, aber auch den Arbeitgebern, die meist kurzfristig die Freistellung der eingesetzten Kräfte ermöglichten.
Der Einsatzabteilung gehörten am Jahresende 307 Mitglieder an, davon 56 weibliche und 238 männliche Einsatzkräfte sowie 13 Feuerwehrangehörige, die in Zweitorganisation tagsüber in Umstadt tätig sind. Insgesamt 34 Fahrzeuge standen der Wehr zur Verfügung, darunter fünf Abrollbehälter für zwei Wechselladerfahrzeugen, womit sich der aktuelle Fahrzeugbestand gegenüber dem Vorjahr nur unwesentlich verändert habe. Weiterhin erwähnte Heyl auch die bei den Kameraden in Kleestadt stationierte Drohne des Landkreises.
„Ohne eine hervorragende Kinder- und Jugendarbeit ließe sich der Personalstamm auf Dauer nicht halten“, betonte der SBI. Bereits die Kinderfeuerwehr mit insgesamt 112 Kindern bilde einen existenziellen Beitrag zur Zukunftsgestaltung der öffentlichen Einrichtung Feuerwehr. „Ihr gestaltet unsere Zukunft“, dankte er allen Akteuren, auch der Jugendfeuerwehren, für die gute und erfolgreiche Arbeit.
In den Ehren- und Altersabteilungen seien insgesamt 82 Angehörige erfasst. „Auch ihr seid eine weitere Stütze unseres Feuerwehrsystems“, lobte Heyl. Hier werde die Kameradschaft weiter gepflegt und örtliche Festveranstaltungen personell unterstützt. Nicht zuletzt in den Musikabteilungen, bei den Musikzügen Kleestadt und Klein-Umstadt, seien insgesamt 110 Angehörige aktiv. Diese gliedern sich in 40 weibliche Musikerinnen und 70 männliche. Ihnen und auch den Jugendorchestern sprach der Stadtbrandinspektor seinen besonderen Dank und große Anerkennung aus. Seien sie doch eine Bereicherung der kulturellen Veranstaltungen im Stadtgebiet. „Durch euer umfassendes Repertoire seid über die städtischen Grenzen hinweg bekannt und geschätzt.“
Die Anzahl an Mitgliedern aller Abteilungen der Feuerwehren belaufe sich insgesamt auf beträchtliche 704 Angehörige.
In den Wehrführerausschusssitzungen habe der Schwerpunkt auf der Fortschreibung des neuen Bedarfs- und Entwicklungsplans (BEP) der Feuerwehr der Stadt Groß-Umstadt gelegen. „In drei thematischen Arbeitskreisen wurden die Inhalte des BEP überarbeitet. Hierbei wurde der Soll-/Ist-Vergleich für unsere Stadt im Bereich der Gefahrenabwehr dargelegt und notwendige Investitionen im Bereich der Infrastruktur sowie notwendiger Ausstattung in Ausrüstung, Gerätschaften und Fahrzeuge fest- und fortgeschrieben.“ Das umfassende, inzwischen von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene Werk bildet die strategische Grundlage für die Weiterentwicklung von Brandschutz, Allgemeiner Hilfe und Katastrophenschutz in den kommenden Jahren.
Ein großes Dankeschön stellte Bürgermeister René Kirch seinen ausführlichen Worten voran. „Dieser wichtige Einsatz für unsere Gesellschaft, das Ehrenamt ist wahrlich unbezahlbar“ und sicherte Unterstützung für die stärkste Feuerwehr im Landkreis mit einem Stadtgebiet von 84 Quadratkilometern zu. Dass die Herausforderungen durchaus groß seien, habe die Fortschreibung des BEP erbracht. Dieser beschreibe ehrlich, wo man stehe und was in den nächsten Jahren getan werden müsse. „Er hat deutlich gemacht, wie stark unsere Feuerwehr ist und was sie in den nächsten Jahren braucht. Er ist eine Grundlage für die Organisation, für die Investition und die Personalentwicklung.“ Dezentral überall gut aufgestellt, unterstützten sich die Stadtteilwehren gegenseitig, denn nur gemeinsam sei man stark, nicht eine Wehr allein, sondern mit allen neun Einsatzabteilungen „sind wir stark und können hier vor Ort die Sicherheit für unsere Stadt gewährleisten“.
Neben aller Technik und viel Organisatorischem stehe immer noch der Faktor Mensch, betonte der stellvertretende Kreisbrandinspektor Heiko Wiedemann und wollte dies vor allem bei den ehrenamtlichen Kräften nicht vergessen lassen. „Die Werte der Freiwilligen Feuerwehr und der respektvolle Umgang miteinander, das würde ich mir überall auf der Welt wünschen.“
„Die richtigen Einsätze zur richtigen Zeit“ wünschte Pfarrerin Evelyn Bachler. Die Freiwillige Feuerwehr sei ein beeindruckendes Beispiel dafür, was Ehrenamt leisten könne. „Menschen mit ganz unterschiedlichen Berufen und Lebensgeschichten kommen zusammen, bilden eine starke Gemeinschaft und sind bereit, Verantwortung für andere zu übernehmen, stehen bereit und investieren viel Zeit.“
Stadtjugendfeuerwehr
Einen Einblick in das Geleistete des letzten Jahres gab Stadtjugendfeuerwehrwart Siggi Manz in seinem Bericht. Neben den vielen, alljährlichen Turnieren und Wettkämpfen, Gruppenstunden, Übungsterminen und Abnahme der Leistungsspange hob er dabei das Stadtzeltlager im Kreisjugendheim Ernsthofen hervor, in dessen Rahmen von der Jugendfeuerwehr geplante Ausflüge und diverse Workshops stattfanden.
Der gesamten Stadtjugendfeuerwehr aus den neun Stadtteilen gehörten am Jahresende 125 Mitglieder an, 87 männliche sowie 38 weibliche, wie Manz mitteilte. „Über das Jahr verteilt gab es 21 Austritte und 14 Eintritte als Neueinsteiger.“ Als bemerkenswert bezeichnete er die Zahl der Übergänge von den acht Kinderfeuerwehren, welche den wichtigen Nachwuchs bereits ab dem sechsten Lebensjahr spielerisch an die Jugendfeuerwehr heranführten. „19 Kinder haben auf diese Art den Weg in die Jugendabteilung gefunden.“ Durch acht Übertritte von der Jugendfeuerwehr zur Einsatzabteilung ergebe sich somit ein Zuwachs in der Jugendfeuerwehr von elf Mitgliedern, welche von der Kinderfeuerwehr zur Jugendfeuerwehr wechselten. „Auch das freut uns sehr. Daran sieht man, dass wir durch die Kinderfeuerwehr guten Zuwachs haben.“
Des Weiteren wurden im letzten Jahr mehr als 400 Stunden feuerwehrtechnische Ausbildung sowie knapp 550 Stunden allgemeiner Jugendarbeit in die Brandschützer investiert. Dabei nicht mit aufgeführt sind noch unzählige Stunden der Vor- und Nachbereitung, etliche Sitzungen sowie das Extraengagement fürs Zeltlager, dankte Manz sämtlichen Betreuern und Jugendfeuerwehrwarten, den Leitern der Kinderfeuerwehren sowie den vielen Akteuren im Hintergrund, die immer wieder gern bei der Aus- und Weiterbildung der Jugendlichen helfen.
Mit Hilfe ganz vieler engagierter Menschen könne man daher zurückblicken auf ein tolles Programm in einem grandiosen Jahr mit vielen schönen Momenten, „was vielen hoffentlich noch lange im Gedächtnis bleibt“.
Viele Ehrungen, Beförderungen und Ernennungen standen dann auf der Tagesordnung, um besondere und langjährige Leistungen im Ehrenamt auch angemessen zu würdigen. Hervorzuheben dabei sicherlich die Auszeichnung von Stadtbrandinspektor Stephan Heyl mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber, von der er sichtlich überrascht wurde.
© Dorothee Dorschel – mit freundlicher Genehmigung der Autorin.




